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Erklärung des Begriffs: Proof Key for Code Exchange (PKCE)
Begriff
Proof Key for Code Exchange
Abkürzung
PKCE
Eintrag zuletzt aktualisiert am
22.08.2026
Zur Stichwortliste unseres Lexikons
Was ist
Proof Key for Code Exchange
?
Proof Key for Code Exchange (PKCE) ist eine Erweiterung von
OAuth
2.0 Authorization Code Flow, die verhindert, dass ein abgefangener Authorization Code von einem Angreifer verwendet werden kann.
PKCE wird besonders bei Public Clients eingesetzt, also Anwendungen, die kein Client Secret sicher geheim halten können, etwa:
Desktop-Anwendungen
Mobile Apps
Single-Page Applications (SPA)
Heute wird PKCE generell für den Authorization Code Flow empfohlen.
Grundidee
Der Client erzeugt vor Beginn des Login-Vorgangs einen zufälligen geheimen Wert:
code_verifier
Beispielsweise:
dBjftJeZ4CVP-mB92K27uhbUJU1p1r_wW1gFWFOEjXk
Daraus berechnet er einen
Hash
:
code
challenge = B
ASE
64
URL
(SHA256(code
verifier))
Der code_verifier bleibt zunächst nur beim Client.
Der Ablauf sieht dann vereinfacht so aus:
Client Authorization Server
| |
|--- Authorization Request
>|
| code_challenge |
| code
challenge
method=S256 |
| |
|<--- Authorization Code
|
| |
|--- Token Request
>|
| code
| code_verifier |
| |
| SHA256(code_verifier)
| == code_challenge ?
| |
|<--- Access Token
|
Schritt 1: code_verifier erzeugen
Der Client erzeugt eine kryptografisch zufällige Zeichenfolge:
code_verifier = zufälliger geheimer Wert
Wichtig ist: Dieser Wert wird nicht beim ersten Request an den Authorization Server übertragen.
Schritt 2: code_challenge berechnen
Üblicherweise wird die
Methode
S256 verwendet:
code_challenge =
B
ASE
64
URL
(SHA256(
ASCII
(code_verifier)))
Der Client sendet dann beispielsweise:
GET /authorize?
response_type=code&
client_id=myclient&
redirect_uri=
client.example/callback&
code_challenge=abc123...&
code
challenge
method=S256
Der Authorization Server merkt sich die code_challenge.
Schritt 3: Authorization Code erhalten
Nach erfolgreicher Anmeldung wird der Browser zurück zum Client geleitet:
client.example/callback?code=XYZ
Ein Angreifer könnte theoretisch diesen Code abfangen.
Genau dieses Problem adressiert PKCE.
Schritt 4: Code gegen Token tauschen
Der Client sendet anschließend:
POST /token
mit beispielsweise:
grant
type=authorization
code
code=XYZ
client_id=myclient
redirect_uri=
client.example/callback
code_verifier=dBjftJeZ4CVP...
Der Authorization Server berechnet erneut:
B
ASE
64
URL
(SHA256(code_verifier))
und vergleicht das Ergebnis mit der beim Authorization Request gespeicherten:
code_challenge
Nur wenn beide zusammenpassen, wird das Token ausgegeben.
Warum schützt das?
Angenommen, ein Angreifer bekommt den Authorization Code:
code=XYZ
Er kennt aber nicht:
code_verifier
Damit kann er beim Token Endpoint zwar Folgendes versuchen:
code=XYZ
aber er kann keinen passenden
code_verifier
mitsenden.
Der Authorization Server verweigert deshalb das Access Token.
PKCE bindet also vereinfacht gesagt den Authorization Code an genau den Client, der den
OAuth
-Vorgang begonnen hat.
Querverweise zu anderen Begriffen im Lexikon
Methode
Hash
Open Authorization (OAuth)
American Standard Code for Information Interchange (ASCII)
Admin Script Editor (ASE)
Uniform Resource Locator (URL)
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