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Erklärung des Begriffs: Windows Framework (WinFX)
Begriff
Windows Framework
Abkürzung
WinFX
Eintrag zuletzt aktualisiert am
26.06.2019
Zur Stichwortliste unseres Lexikons
Was ist
Windows Framework
?
Der Name WinFX hat eine Entwicklung vollzogen.
WinFX war ursprünglich (Jahr 2003) angekündigt als Name der Programmierschnittstelle in Windows
Longhorn
, die das
Win32-API
in vielen Teilen ablöst. WinFX sollte mit der Version 6.0 (entsprechend der Betriebssystemversion) starten.
Später (2004) wurde WinFX auf andere Windows-Systeme (
Windows XP
und
Windows Server 2003
) ausgedehnt und daher von dem
Longhorn
-Projekt gelöst. WinFX sollte eine Erweiterung zum
.NET Framework 2.0
sein und es war im Gespräch, dass .NET Framework in WinFX umzubenennen. Zu diesem Zeitpunkt erhielt WinFX die Versionsnummer 3.0.
Im Jahr 2006 hat sich Microsoft dann aber entschlossen, den Namen .NET Framework zu behalten und die neuen Funktionen von WinFX in das .NET Framework zu integrieren und daraus das
.NET Framework 3.0
zu machen.
Kernbestandteile (Stand September 2005,
PDC
2005)
Windows Presentation Foundation
(
WPF
), Codename
Avalon
Windows Communication Foundation
(
WCF
), Codename
Indigo
Windows Workflow Foundation
(WWF)
Windows CardSpace
(
WCS
), früher: Infocard
Mit
Ausnahme
der
Windows Workflow Foundation
und CardSpaces lösen die Kernbausteine von WinFX andere Programmierkonzepte ab.
WPF
tritt an die Stelle der in das .NET Framework integrierten
Windows Forms
,
WCF
ist ein Ersatz für
.NET Remoting
,
ASP.NET
Webservice
s und den Anwendungsserver COM+.
Andere Bestandteile, die ursprünglich Teil von WinFX sein sollten
Windows File System
(
WinFS
)
Microsoft
PowerShell
, ehemals
Microsoft Shell
(
MSH
), Codename
Monad
Text (Stand Oktober 2003,
PDC
2003)
Die .NET-Klassenbibliothek ist in weiten Teilen lediglich ein
Wrapper
für Funktionen aus dem
Win32-API
oder bestehenden
COM-Komponente
n. In Redmond existiert die Vision, dieses Verhältnis irgendwann umzukehren und
.NET-Komponente
n zum primären API für Windows zu machen. Mit der nächsten Windows Version (2006, Codename
Longhorn
) wird Microsoft eine umfangreiche .NET-Klassenbibliothek mit Namen Windows Frameworks (WinFX) einführen, die den Weg zur "Verdotnettung" von Windows einläutet.
Avalon
,
WinFS
und
Indigo
sind per Programmcode ansprechbar über eine neue Klassenbibliothek, die den Namen WinFX trägt. WinFX umfasst auch die heute .NET Framework-Klassenbibliothek, sodass WinFX die Ablösung für das mit Windows NT eingeführte
Win32-API
bedeutet. WinFX ist komplett in
Managed Code
geschrieben. Eine Portierung von WinFX auf ältere Betriebssysteme ist nicht vorgesehen, sodass WinFX-basierte Anwendungen nur auf
Longhorn
und späteren Systemen laufen können. Microsoft bricht hier also deutlich mit der nicht-objektorientierten Vergangenheit. Das
Win32-API
bleibt aber auch in
Longhorn
noch erhalten, sodass alte Anwendungen auf
Longhorn
laufen können.
Die bisherige primäre Programmierschnittstelle Win32 ist noch im C-Stil aufgebaut, also weder objektorientiert noch komponentenbasiert - wobei doch rein prozedurales Programmieren schlicht und einfach als nicht mehr zeitgemäß zu bewerten ist. Viele Win32-Funktionen wurden in den letzten Jahren in
COM-Komponente
n gekapselt, wobei man den Komponenten stark anmerkte, dass sie von verschiedenen Leuten zu verschiedenen Zeiten gestaltet wurden. Durch WinFX erhält Windows in
Longhorn
erstmals eine nach einheitlichen Richtlinien gestaltete Klassenbibliothek, die große Teile des Windows-Betriebssystem kapselt.
Bei Microsoft ist ein deutlicher Trend zu erkennen, die Windows-Programmierschnittstellen zu vereinheitlichen. Dabei ist es sinnvoll und konsequent, auf die moderne
.NET-Plattform
und damit auf
Managed Code
zu setzen. Sowohl aus Sicherheitsgesichtspunkten als auch für die Betriebssystemunabhängigkeit werden sich für einen Großteil der Anwendungen nur Plattformen durchsetzen können, die ein Zwischensprachkonzept einsetzen, also
Java
oder .NET.
Entwickler, die den Weg zu
Managed Code
nicht mitgehen wollen, werden zukünftig auf Funktionalität verzichten müssen. Während .NET-Anwendungen jede
Win32-API
-Funktion und
COM-Komponente
nutzen können, steht nicht jede .NET-Klasse auch alten Programmierplattformen zur Verfügung. Das
Managed Code
-basierte WinFX-API in
Longhorn
kann man nur voll ausnutzen, wenn man eine der 28 .NET-
Programmiersprache
n verwendet.
Eines Tages wird WinFX einmal nicht mehr als ein Aufsatz auf Win32 existieren, sondern Win32 wird eine Kompatibilitätsschicht auf Basis von WinFX sein. Das Verhältnis wird sich genau umkehren wie bei
DOS
-Ebene und Windows!
Details zur Alpha-Version (
PDC
2003)
besteht zur Zeit aus 74 .dlls und liegt in /Windows/Microsoft .NET/Windows/v.6.0.4030
und 26 .dlls in /Windows/Microsoft .NET/
Avalon
PDC
03-Release hat die Versionsnummer 6.0.4030 (
Longhorn
Build 4051)
Weitere Ressourcen auf dieser Website
W
Querverweise zu anderen Begriffen im Lexikon
Windows Communication Foundation (WCF)
Windows Presentation Foundation (WPF)
Windows Workflow Foundation (WF)
Windows File System (WinFS)
Windows Server 2003
Programmiersprache
.NET Framework 3.0 (.NET 3.0)
.NET Framework 2.0 (.NET 2.0)
Windows CardSpace (WCS)
.NET-Komponente
Microsoft Shell (MSH)
.NET-Plattform
COM-Komponente
Windows Forms (WinForms)
.NET Remoting
Managed Code
Windows XP
PowerShell (PS)
Webservice
Longhorn
Ausnahme
Wrapper
Avalon
Indigo
Monad
Java
Windows 32 Application Programming Interface (Win32-API)
Active Server Pages .NET (ASP.NET)
Windows File System (WinFS)
Primary Domain Control (PDC)
Windows CardSpace (WCS)
Microsoft Shell (MSH)
Disc Operating System (DOS)
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